ARCHITEKTUR ENTDECKEN - Lost Place - HEFT HÜTTENBERG

Foto: Christine Aldrian-Schneebacher
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Lost Place - Heft Hüttenberg Mosinzgraben

 

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Architektur Hochofenanlage Bauherrschaft Gewerkenfamilie Rauscher 1857 - 1863
Architektur Landesausstellung
Günther Domenig 1993 - 1995

 

Der Reiz verlassener Gebäude

Oft holt sich die Natur diese „Lost Places“ (Verlorenen Orte) wieder zurück. Kennst du andere „Lost Places“? Wie sieht eine Kombination von NATUR und KULTUR in deiner Fantasie aus?


Geschichte
Abbau von „Norischem Eisen“ bereits seit der Antike.

1623: Errichtung eines Floßofens in der Heft.

1857: Das Eisenwerk mit den Holzkohlehochöfen „Johann-Ernst“ (Betrieb bis 1903) und „Pulcheria“ (1861-1901) wird in gotisierendem Baustil errichtet.
1883:
Der dritte, heute nur mehr teilweise erhaltene Hochofen „Eduard“ geht in Betrieb.

1908: Stilllegung des letzten Hochofens.
1978:
Einstellung des Bergbaubetriebs.

1981: Der Montanverein Hüttenberg führt umfangreiche Erhaltungsmaßnahmen des Industriedenkmals durch.

1984: Betrieb als Freilichtmuseum. Teilweise noch erhalten sind neben den Hochöfen das Gebläsehaus mit Giebelrosette, Schlackenquetsche und Maschinenhaus, der Kohlbarren und das Personalhaus.
1991-1995: Das historische Gelände wird durch Erweiterungen von Günther Domenig für die geplante Landesausstellung adaptiert. Politische und gesellschaftliche Widerstände führen beinahe zum Scheitern des Projekts.
1995: Landesausstellung „Grubenhunt und Ofensau“
2002: Biennale für Bildende Kunst
2022:
Günther Domenig: DIMENSIONAL

 

Material
Die historischen Montanbauten aus dem 19. Jahrhundert wurden als Sichtziegel- und Steinbauten im klassizistischen Stil errichtet und sind sichtbare Zeugen der aufstrebenden Industriearchitektur. Für die Landesausstellung „Grubenhunt und Ofensau“ wurden „leichte“ und „fliegende“ Ausstellungsbereiche aus Stahl und Glas errichtet, die sich bewusst von der historischen Bausubstanz abgrenzen und sie doch großartig verstärken. Materialien wie Eisen, Blech, Beton, Hochofenschlacke, Terrazzo und Kies unterstreichen den industriellen Charakter.


Besonderheit
Die Heft galt neben den Anlagen um den steirischen Erzberg als eine der größten Eisenwerksanlagen Europas. Angeblich soll sogar Caesars Schwert aus Norischem Eisen geschmiedet gewesen sein. Einzelne Ausstellungsstücke der Landesausstellung befinden sich heute im Domenig Steinhaus am Ossiacher See (Crocodile Dundee, schwarzer Hügel aus Eisenschlacke). Ein traditionelles Ereignis aus der Zeit des Bergbaus ist der Reiftanz, der alle drei Jahre am Sonntag nach Pfingsten in Hüttenberg stattfindet.


Fragen

Wie heißen die beiden imposanten Holzkohlehochöfen? 

(Johann-Ernst und Pulcheria)

Was ist ein Grubenhunt? 

(ein kleiner Förderwagen auf Rädern, der im Bergbau dazu verwendet wird, das Erz aus den Stollen zu bringen)

Was ist eine Ofensau? 

(das Roheisen, das sich im Hochofen unterhalb der Abstichöffnung ansammelt)

Wessen Schwert soll aus „ferrum noricum“, dem Nordischen Eisen, geschmiedet gewesen sein? 

(Julius Caesar)


Welche Gebäudeteile wurden für die Landesausstellung errichtet? 

(Versammlungsraum, „fliegender Stollen“, Blechdächer, Verglasungen, Einbauten, Treppen, Lift,…)


Wie heißt das Brauchtumsfest in Hüttenberg, das alle drei Jahre stattfindet? 

(Reiftanz: Männerkettentanz, getanzt von 24  Reiftänzern, zwei Narrengestalten und der Reiftanzbraut)

 

Information zum Bauwerk

Hüttenberg
nextroom
Eisenwerk Heft
Günther Domenig: DIMENSIONAL

Workshops zum Thema

Architecture in Carinthia
Baukulturkompass
Vorübergehend Raum


Bücher zum Thema Architektur und Baukultur

 

 

 

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Im Fokus stehen spannende Bauwerke in ganz Kärnten. Soweit möglich stellen die jeweiligen Architekt*innen ihre Projekte vor Ort vor und vermitteln so authentisch den Gestaltungsprozess, verbunden mit einem thematisch abgestimmten kleinen Arbeitsauftrag für die TeilnehmerInnen (Rätsel, Quiz, Schnitzeljagd,…). Hauptzielgruppe sind Kinder und Jugendliche, aber auch Pädagog*innen und interessierte Erwachsene sind herzlich willkommen.

Als Erweiterung und Vertiefung wird eine Kartenserie über die bei den Exkursionen besuchten baukulturellen Ziele entwickelt. Dieses wachsende Nachschlagwerk oder „Sammelalbum“ kann als Vermittlungsinstrument in Schulen und baukulturellen Institutionen eingesetzt werden und zum Besuch der jeweiligen Bauwerke anregen. Die ansprechend gestalteten Karten laden zum Mitmachen ein: Kurze geschichtliche Informationen zur Entstehung des Bauwerks, Besonderheiten, Materialkunde und interessante Eckdaten wechseln sich mit konkreten Fragestellungen und Hinweisen auf weiterführende Literatur ab. Ein spannendes Punkt-zu-Punkt Bild ermöglicht es, das Bauwerk auch mit dem Stift zu „entdecken“ und die Scheu vor dem Selber-Zeichnen zu überwinden. Sollte eine Vor-Ort-Durchführung nicht möglich sein, kann die Sammelkarte allein auch viele Inhalte vermitteln; zu bevorzugen ist natürlich der unmittelbare Besuch.


Auf Anfrage können geführte Touren sowie Workshops rund um Architektur und Baukultur mit dem Architektur Spiel Raum Kärnten gebucht werden.
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