Pop-up architecture oder origamic architecture entwickelte sich aus der japanischen Origami und Kirigami Papierkunst. Aus einem zweidimensionalen Blatt Papier soll durch Schneiden und Falten ein dreidimensionales Modell entstehen, das auch wieder flach zusammengeklappt werden kann.
Das erfordert ziemlich viel (räumliches) Vorstellungsvermögen und auch etwas Geschick mit Lineal und Cutter – also Fähigkeiten, die auch Architekt:innen haben müssen. Ganz einfach ist es nicht, aber mit ein bisschen Fantasie und Geduld schaffen die Kinder ein kleines Stück Pop-up Architektur. 


Vorarbeiten
Ausgangspunkt des Projekt sind von den Kindern selbst verfasste (Erlebnis-)geschichten, aus denen eine Szene dargestellt werden soll. Die ausgewählte Szene wird erst einmal skizziert – Hintergrund, Vordergrund, Kulisse, Boden, Figuren Gegenstände. Aufgrund der Skizzen wird aus Fotokarton das „Bühnenbild“ (Hintergrund) und die Figuren und Gegenstände, die sich auf der Bodenfläche (im Vordergrund) befinden, ausgearbeitet.
Dialogtage
Im Zusammenarbeit mit der Architektin wird die Maßstäblichkeit von Figuren und Hintergrund sowie die räumliche Platzierung als Pop-Up Szene ausgearbeitet und umgesetzt.
1. Maßstäblichkeit der Figuren und Kulissen; Pläne für den Boden, Platzierung
2. technische Umsetzung: Figuren in den Boden einarbeiten, auf Grundplatte fixieren
3. Verbindung von Grund-und Rückplatte, Zusammenstellung und Justierung der Pop-Up-Szene
4. Präsentation der Arbeiten
Lernziele
Pop-Up Szenen aus selbsterzählten Geschichten fördern räumliches Denken und Umsetzen
Begriffe wie Bühnenbild, Kulisse, Requisit, Handlung werfen Fragen auf: Was gehört zum „Hintergrund“? Was spielt sich in der Szene ab? Welche Figuren und Gegenstände werden wo im Raum platziert?
Die technisch-handwerkliche Umsetzung einer räumlichen Pop-Up-Szene erfordert zudem handwerkliches Geschick: die Fläche soll flach zusammengeklappt werden können und birgt dann im Inneren eine ganze Pop-Up Welt.

Aktivitäten der Schüler*innen

Die Kinder engagieren sich aktiv und kreativ: Zuerst überlegen sie sich eine (Fantasie)-Geschichte. Aus dieser Geschichte wählen sie eine Szene aus, die sie zuerst skizzieren und dann mit Unterstützung in eine dreidimensionale „Pop-Up Welt“ umsetzen. 

Sie zeichnen, schneiden, falten und kleben und müssen dabei immer berücksichtigen, dass die Szene auch zusammenklappbar bleiben muss.

Dieser Ansatz fördert nicht nur die Feinmotorik und Ausdauer der Kinder, sondern auch ihr räumliches Vorstellungsvermögen und dreidimensionales Denken. Sie lernen, präzise mit Materialien umzugehen und ihre Handfertigkeiten zu verfeinern. Zusätzlich fördert der kreative Prozess, der auch das Zeichnen und Beschreiben der Ideen umfasst, die Reflexion und eine vertiefte Auseinandersetzung mit räumlichen Strukturen. Die Schüler:innen nähern sich spielerisch und auf eine experimentelle Weise den komplexen Konzepten der Architektur und Geometrie. Dieses interaktive und forschende Arbeiten ermöglicht den Kindern nicht nur eine fundierte Auseinandersetzung mit physikalischen und mathematischen Prinzipien, sondern stärkt auch ihre Problemlösungsfähigkeiten, ihr kreatives Denken, ihre Frustrationstoleranz und ihr räumliches Vorstellungsvermögen.

Ein Projekt im Rahmen von culture connected, gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem OeAD.
Fotos: Christine Aldrian-Schneebacher