Cyberspace

Foto: Peter Nigst
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Ein Workshop in Fortsetzungen. Animierte Räume, in denen wir uns in
Computerspielen bewegen. Wie wird Raum im Film in Szene gsetzt, wie sieht der Raum für unsere Helden aus, in welchen Räumen bewegen sich täglich die Soapstars. Wir werfen einen scharfen Blick darauf.

Die Sensibilisierung für die nicht reale Welt in der sich die jungen Menschen täglich in Computerspielen, vorgesetzten Bildern, Filmen bewegen ist Ausgangspunkt für die Reflexion. Wie werden Räume in bewegten Bildern eingesetzt um welche Stimmungen zu erzeugen? Wie wird räumliche Umgebung verwendet um die Handlung eines Filmes eindrücklich zu machen, menschliche Charaktere zu zeichnen, Lebensumstände, Stil, soziale Schichten zu definieren?
Das bewusste Durchschauen, den Blickwinkel erweitern, die Wahrnehmung der Wirkung von Räumen und Nachdenken über das Gebaute, das uns täglich umgibt waren Ziele des Workshops `cyberspace´. Um die Schüler dort abzuholen, wo sie sich freiwillig und freizeitlich bewegen, wurden dafür Computerspiele und der Film „Charlie und die Schokoladenfabrik“ gewählt.


1.TEIL
Spots zu Computerspielen aus YouTube werden als Aufwärmübung eingesetzt:
Ein Einfaches Spiel: ECHOCHROM (http://de.youtube.com/watch?v=QfICeBtVv8U) zeigt ein Strichmännchen, das sich in Raumstrukturen bewegt, was sich als sehr animierend für das räumliche Vorstellungsvermögen herausstellt. „Eine drei dimensionale optische Täuschung“ ist einer der sehr präzise verbalisierten Kommentare.
Die Wahrnehmung von bildreichen, sehr kurzen Sequenzen in Worte auszudrücken gelang besonders gut beim Spot zu Sims2 (http://de.youtube.com/watch?v=NkxO2hrQFWA). 4 oder 5 Durchgänge fokussieren: Handlung | Lebenssituation | Einrichtungsstil | Farben | Auffälligkeiten.

Unmerklich rutschen die SchülerInnen mit einem Memory-Spiel in die Architektur. Die Homepage von Manuelle Gautrand (http://manuelle-gautrand.p8.siteinternet.com/) animiert Bauwerke mit poetischen Verdeckungen. Gerne steigen die Schüler ein und finden das Haus für Goldfische besonders lustig.
Luis Barragan () hat ein weiteres fesselndes Spiel zu bieten. Ausgehend vom Grundriss, bei dem Blickwinkel gewählt werden können, entsteht das fotografische Abbild. Überraschend lebendig und eifrig, mit größter Aufmerksamkeit wird gerätselt welcher Innen- oder Außenraum wieder erscheinen wird.


2.TEIL
„Charlie und die Schokoladenfabrik“ ist ein ergiebiger Film, der sehr stark Raumfantasien zur Verdeutlichung von Charakteren einsetzt und auch die Handlung der Geschichte räumlich umsetzt. Sequenzen im Ausmaß von insgesamt 35 Minuten werden in vier Portionen aufgeteilt, die Handlung bleibt in einem großen, logischen Bogen erhalten. Die SchülerInnen verstehen es sehr vielschichtig die Hintergründe, Wahrnehmungen, Assoziationen in Worte auszudrücken. Wer will kann bildhafte Notizen mit Wachsmalstiften auf große weiße Blätter malen.
Entlassen werden sie mit der Anregung die Räume im Kopf weiter zu spinnen und zu denken. In welchem cyberspace fühl ich mich wohl, ist es gruselig, abenteuerlich, schauerlich, lustig? Und natürlich beim nächsten Kino-Film dieses Spiel fort zu setzen.

Mag. Martina Pfeifer-Steiner

 

„Ein anderes Beispiel war der Film Simpsons. Bei den Simpsons haben wir uns damit beschäftigt, wie sie leben und wie sie wohnen. Der Fernseher ist immer vor der Couch. Der Garten ist wenig lieblich, eher kahl gestaltet. Es werden sehr oft die Farben rot-gelb eingesetzt.“

 

Ein Projekt im Rahmen von Treffpunkt Architektur - eine Architekturworkshopreihe für alle Sinne

 

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